Politik/Gesellschaft
Kurse (33)
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Dietrich Schulze-Marmeling: Politik im Spiel – Der Fall Mesut Özil
Nach dem frühen WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft waren für viele Kritiker die Schuldigen rasch gefunden: Mesut Özil und Ilkay Gündogan, die sich im Vorfeld der WM mit dem despotischen türkischen Staatspräsidenten Erdogan hatten ablichten lassen, wurden erst zum Sündenbock abgestempelt, dann zur Zielscheibe übelster Beschimpfungen. Dietrich Schulze-Marmeling analysiert in seinem Vortrag das sportliche Scheitern der Nationalelf, die Politik des DFB in der Foto-Affäre sowie die Frage, wie aus einer berechtigten Kritik eine rassistische Kampagne wurde.
Prof. Dr. Rüdiger Robert: "Der Iran-Krieg und Israel. Machtkampf im Nahen Osten"
Der Iran-Krieg hat den israelisch-palästinensischen Konflikt 2026 in den Hintergrund treten lassen. Zu Unrecht. Nach wie vor handelt sich um einen zentralen Konflikt, ohne dessen Beilegung sich auch ein Frieden am Persisch-Arabischen Golf auf Dauer nicht erreichen lässt. Doch wie sehen die Chancen für eine Verständigung zwischen Israel und den Palästinensern nach dem Gaza-Krieg und der Konfrontation mit dem Iran aus? Welche Möglichkeiten und Grenzen einer Regelung zeichnen sich jenseits von Krieg, Trauer und Hass ab? Welche Interessen stehen jeweils auf dem Spiel? Welche Akteure müssen in einen Friedensprozess eingebunden werden? Wie sehen die unterschiedlichen Ansätze für eine Konfliktbeilegung zwischen Israel und den Palästinensern aus? Und wie realistisch sind diese Ansätze?
Der Vortrag versucht einen Einblick in die komplexen Zusammenhänge zu geben, die den israelisch-palästinensischen Konflikt bestimmen. Dabei werden die unterschiedlichen Positionen in diesem Konflikt beleuchtet, um den Zuhörerinnen und Zuhörern ein möglichst eigenständiges Urteil zu erlauben. Referent ist der Münsteraner Politikwissenschaftler Prof. a.D. Dr. Rüdiger Robert.
Professor Dr. Robert steht während seines Vortrags und anschließend für den thematischen Austausch zur Verfügung.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Stadt Sassenberg.
Frankreich vor den Präsidentschaftswahlen
Im April 2027 finden in Frankreich die Präsidentschaftswahlen statt.
Emmanuel Macron darf laut Verfassung nicht mehr als Kandidat antreten. Was hat er in seiner Amtszeit erreicht? An welchen Vorhaben ist er gescheitert?
Wie blicken die Franzosen auf seine Amtszeit? Wie hat sich in seiner Präsidentschaft das deutsch-französische Verhältnis entwickelt? Und was und wer wird nach ihm kommen?
Diese Fragen diskutieren die Journalistinnen Helene Bubrowski und Michaele Wiegel.
Helene Bubrowski ist Chefredakteurin bei Table Media und ab 2027 Herausgeberin der FAZ.
Michaela Wiegel ist Auslandskorrespondentin der FAZ für Frankreich
"Ich entscheide jetzt, wer später für mich entscheiden soll"
Wer denkt daran, dass sich alles von heute auf morgen ändern könnte? Ein Unfall oder eine Krankheit können jeden in eine Situation bringen, in der selbstverantwortliches Handeln verwehrt ist und sinnvolle Entscheidungen nicht mehr getroffen werden können. Wer handelt, wer entscheidet in Vermögens- oder Gesundheitsangelegenheiten, wenn man dazu nicht mehr in der Lage ist? Verwandte, Freunde oder Fremde? Wie werden sie für mich entscheiden? Die Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügungen bieten Möglichkeiten, um für diesen Fall der Fälle vorzusorgen.
Nähere Informationen sind über den Betreuungsverein Innosozial im Kreis Warendorf e.V., Cornelia Lindstedt, Tel. 02581/633257 oder 02382/709916 zu erhalten.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Betreuungsverein Innosozial im Kreis Warendorf e.V.
Anmeldung unbedingt erforderlich Tel. 02581/93840 oder per mail: vorwald@vhs-warendorf.de
Jörg Lau: Der Westen sind jetzt wir
Klare Haltung in der internationalen Krise: Deutschlands neue Rolle in der Weltpolitik
Die USA sorgen für unsere Sicherheit, China für unsere Exporteinnahmen und Russland für unsere Energie – so lautete lange Jahre die unausgesprochene Annahme aller deutschen Außenpolitik. Diese Gleichung geht im Zeitalter der Unsicherheit nicht mehr auf: Deutschland muss im Konzert der internationalen Mächte endlich seiner Verantwortung gerecht werden und selbstbewusst als Vertretung der westlichen Werte in der neuen Weltordnung auftreten. Jörg Lau, Außenpolitik-Experte der ZEIT, zeigt in disem politischen Sachbuch, wie eine neue, mutigere und realitätsnähere Außenpolitik aussehen muss, die unsere Freiheit schützt, unseren Wohlstand gewährleistet und den Frieden sichert. Dazu begleitet er die bestimmenden Personen der Weltpolitik bei ihren Reisen, Terminen und Gipfeln. gibt Einblicke, wie Entscheidungen gefällt werden und analysiert die Leitlinien der Deutschen Außenpolitik. Sein Buch ist der längst überfällige Entwurf einer anderen Außenpolitik für ein zerrissenes 21. Jahrhundert.
Die Lesung mit Jörg Lau ist der dritte Teil der Veranstaltungsreihe „In Zukunft Frieden?! Gespräche über Europa und seine internationalen Beziehungen III“ der VHS Warendorf und wird von der Landesinitiative Europa-Schecks des Ministers für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales sowie Medien und Chef der Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen unterstützt.
»Jörg Lau seziert – gekonnt wie immer – das Ende alter Gewissheiten. Wer wissen will, warum Deutschland am Nullpunkt steht, woher die Verunsicherung in Europa kommt und wie eine mutigere Außenpolitik aussehen kann, muss dieses Buch lesen!« Anne Will
Das Glück ist immer nah…
Das Glück ist immer nah…
…denn Zufriedenheit ist eine bewusste Entscheidung.
Was braucht ein Mensch, um glücklich zu sein? Und was ist das überhaupt: Glück?
Glück fällt nicht einfach vom Himmel. Es braucht bewußte Haltungen, wertschätzende Sichtweisen und vor allem, ein alltagstaugliches „Training“, um gewohnte Denk- und Verhaltensmuster zu verändern.
In ihrer humorvollen Art unverwechselbar bietet Anne Marie Grage, AkkordeonSpielerin und Coach, einen impulsreichen und unterhaltsamen Abend zum Thema Glück. Ihr musikalischer Vortrag beinhaltet Wissenswertes aus der Glücksforschung und Berührendes und Komisches aus ihrer Glücks-Praxis. Sie integriert wunderschöne und lebendige Musik, die für uns Glücksmomente erfahrbar macht.
Argumentationstraining: Umgang mit Stammtischparolen
Wie reagiere ich souverän auf abwertende, populistische oder diskriminierende Aussagen im Alltag? Viele Menschen erleben Situationen, in denen sie sprachlos bleiben oder unsicher sind, wie sie auf Stammtischparolen reagieren sollen. In diesem praxisnahen Argumentationstraining lernen die Teilnehmenden, Haltung zu zeigen, Diskussionen konstruktiv zu führen und wirksame Strategien gegen einfache Parolen zu entwickeln.
Unter der Leitung von Cassandra Speer erwartet Sie ein abwechslungsreicher Abend mit fachlichem Input, praktischen Übungen und moderierten Diskussionen.
Inhalte des Trainings
Gemeinsames Sammeln und Einordnen typischer Stammtischparolen
Hintergrundwissen zu Merkmalen, Wirkung und gesellschaftlichen Folgen solcher Aussagen
Reflexion eigener Erfahrungen und bisheriger Reaktionen
Kennenlernen verschiedener Argumentations- und Gesprächsstrategien
Praktische Übungen anhand konkreter Beispiele
Moderierte Diskussions- und Rollenspielübungen mit Perspektivwechsel
Austausch, Reflexion und Literaturempfehlungen für den Alltag
Das Training richtet sich an alle, die in Beruf, Ehrenamt oder Privatleben sicherer im Umgang mit populistischen und diskriminierenden Aussagen werden möchten. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Melden Sie sich an für einen Abend für mehr Sicherheit im Gespräch, mehr Zivilcourage und einen konstruktiven Umgang mit schwierigen Diskussionen!
Der Wolf und die Deutschen: Konflikt oder Koexistenz?
Große, langlebige Beutegreifer wie der Wolf werden bewundert und sind zugleich verfemt. Als Leit- und Schirmarten fördern sie den Naturschutzgedanken, als Arten im Zentrum von Konflikten mit zahlreichen Interessensgruppen werden sie verfolgt und getötet.
Kann der Wolf also in unserer Welt überleben? Ja, das geht im Prinzip, wie Mensch-Wildtier-Konflikte mit anderen Raubtieren zeigen. Allerdings setzt das voraus, dass Betroffene gehört und Politik, Naturschutz und Wissenschaft aufeinander zugehen. Wie das aussehen könnte, welche Voraussetzungen es dafür braucht und was der gegenwärtige Stand ist, soll dieser Vortrag erläutern.
Heribert Hofer forscht seit über vierzig Jahren im Freiland zur Verhaltensökologie und dem Naturschutz von Raubtieren (Tüpfelhyäne, Gepard, Fuchs, Dachs, Wolf), ihren Belastungen und Krankheitserregern. Seine Langzeitprojekte in Europa, Tansania und Namibia führten zur vielfachen Beschäftigung mit dem gegenseitigen Verhältnis von Mensch und Wildtieren, Mensch-Wildtier-Konflikten und der Einsicht, dass Schutz von Natur den Einklang mit betroffenen Menschen erfordert.
Neben der Forschung engagiert er sich für den Naturschutz und ist in mehreren wissenschaftlichen Gesellschaften aktiv, zuletzt als Präsident der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte (GDNÄ). Bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2025 war er 25 Jahre lang Direktor des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin. Zurzeit ist er Seniorprofessor für interdisziplinäre Wildtierkunde am Institut für Biologie der Freien Universität Berlin.
Vertrauen in Wissenschaft - zwischen Expertise und Skepsis
Wissenschaft prägt unser Leben in hohem Maße – von Medizin und Klimaforschung bis hin zu Künstlicher Intelligenz.
Zugleich ist Vertrauen in Wissenschaft heute keine Selbstverständlichkeit mehr.
Während viele Menschen der Forschung weiterhin vertrauen, wachsen andernorts Skepsis, Distanz oder offener Widerspruch.
Der Vortrag stellt dar, warum Vertrauen in Wissenschaft relevant ist, worauf es beruht und warum es in manchen gesellschaftlichen Gruppen stabil bleibt und in anderen erodiert.
Mike S. Schäfer ist Professor für Wissenschaftskommunikation an der Universität Zürich.
Er erforscht, wie wissenschaftliche Themen wie Klimawandel, Künstliche Intelligenz oder Biotechnologie in Öffentlichkeit, Medien und digitalen Plattformen verhandelt werden und was Bürgerinnen und Bürger über Wissenschaft denken.
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech) statt.
Prof. Dr. Markus Köster: "Wie Bilder Geschichte schreiben"
Es gibt Bilder, die in die Geschichte eingehen: der berühmte Kniefall von Bundeskanzler Willy Brandt 1970 in Warschau ist ein Beispiel.
Fotografien wie diese formen unsere Geschichtswahrnehmung. Welche Geschichten stecken hinter den Bildern? Und was können wir aus historischen Beispielen für einen kritisch-kompetenzen Umgang mit der heutigen Flut medialer Bilder lernen?
Anhand ausgewählter Fotografien geht Prof. Dr. Markus Köster am Mittwoch, dem 07.10.2026 auf Einladung der VHS Warendorf auf diese Fragen ein. Als Historiker, Honorarprofessor an der Universität Münster und Leiter des LWL-Medienzentrums forscht er zur Geschichte von Film und Fotografie insbesondere in der Region Westfalen-Lippe.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Stadt Sassenberg.
"Ich entscheide jetzt, wer später für mich entscheiden soll"
Wer denkt daran, dass sich alles von heute auf morgen ändern könnte? Ein Unfall oder eine Krankheit können jeden in eine Situation bringen, in der selbstverantwortliches Handeln verwehrt ist und sinnvolle Entscheidungen nicht mehr getroffen werden können. Wer handelt, wer entscheidet in Vermögens- oder Gesundheitsangelegenheiten, wenn man dazu nicht mehr in der Lage ist? Verwandte, Freunde oder Fremde? Wie werden sie für mich entscheiden? Die Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügungen bieten Möglichkeiten, um für diesen Fall der Fälle vorzusorgen.
Nähere Informationen sind über den Betreuungsverein Innosozial im Kreis Warendorf e.V. Cornelia Lindstedt, Tel. 02581 633257 oder Tel. 02382 709916 zu erhalten.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Betreuungsverein Innosozial im Kreis Warendorf e.V.
Anmeldung unbedingt erforderlich Tel. 02581/93840 oder per mail: vorwald@vhs-warendorf.de
Kohlendioxid als Rohstoff: Wie schließen wir den Kreislauf?
Erdöl und Erdgas dienen seit Jahrzehnten und bis heute in großem Maße weltweit als Energieträger und Rohstoffe für die chemische Industrie, und bleiben zentral für Energiesicherheit und wirtschaftliche Stabilität.
Trotz des steigenden Angebots an alternativer Energie vieler Bereiche können wir nicht auf chemische Energieträger verzichten.
Und für Kunststoffe und andere Produkte der chemischen Industrie brauchen wir weiterhin Kohlenstoffquellen.
Wie können wir dennoch langfristig unsere Rohstoffbasis diversifizieren und technologische Führungsfähigkeit sichern?
Die Nutzung von Kohlendioxid und Methan bietet Möglichkeiten, Kohlenstoff effizient im Kreislauf zu führen und gleichzeitig neue industrielle Wertschöpfungsketten zu erschließen.
Wie kann das konkret funktionieren? Welche Forschungsansätze sind vielversprechend, und wo stehen wir mit der technologischen Entwicklung? Wie lässt sich der Transfer von der Grundlagenforschung in die Anwendung beschleunigen? Die Integration von Katalyse, KI-gestützter Werkstoffforschung und skalierbarer Ingenieurtechnik sind vielversprechende Ansätze in diesem Bereich.
Claus Daniel leitet das Advanced Energy Technologies Directorate am Argonne National Laboratory und hat eine Joint-Position an der University of Chicago Pritzker School of Molecular Engineering.
Er promovierte in Materialwissenschaften an der Universität des Saarlandes in Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für Metallforschung Stuttgart.
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech) statt.
Die Abschottung der Welt: Als Juden vor verschlossenen Grenzen standen. 1933–1945
In Deutschland drangsaliert und verfolgt, versuchten viele Juden verzweifelt, sich ins Ausland zu retten.
Doch potenzielle Zufluchtsstaaten schlossen ihre Grenzen und schotteten sich mit jeder weiteren deutschen Expansion stärker ab.
Der Völkerbund und die US-Regierung bemühten sich erfolglos, die Flüchtlingspolitik zu koordinieren: Auf der Konferenz im französischen Évian berieten im Juli 1938 Staaten und Hilfsorganisationen über die Aufnahme von Flüchtlingen - ohne Ergebnis. Die Nazis höhnten, niemand wolle die Juden haben.
Weil Flüchtlingen eine reguläre Einreise verwehrt blieb, bestiegen sie seeuntüchtige Boote, bezahlten Fluchthelfer und gingen illegale Wege, um sich in Sicherheit zu bringen.
Susanne Heim ist Historikerin und Politikwissenschaftlerin.
Sie war Projektleiterin der wissenschaftlichen Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933 bis 1945", Gastprofessorin in Wien und hat an einschlägigen Institutionen und Archiven in Jerusalem, Washington, Cincinnati und New York geforscht.
Sparsam heizen ohne Schimmel
Schimmel in der Wohnung ist nicht nur ärgerlich, sondern kann auch die Gesundheit der Bewohner gefährden und auf unentdeckte Wasserschäden hinweisen. Schimmelpilz schädigt langfristig die Bausubstanz. Hat sich der Pilz erst eingenistet, folgen häufig Streitereien zwischen Mietern und Vermietern oder zwischen Immobilienbesitzern und Handwerkern. Um die kalten Monate des Jahres mit möglichst wenig Heizenergieverbrauch und nicht zu hohen Energiekosten zu überstehen, darf aber nicht einfach die Heizung beliebig weit runtergedreht oder gar ganz abgestellt werden.
In ihrem Vortrag informiert die Dipl.-Ing. Elke Pape im Auftrag der Verbraucherzentrale NRW über das Zusammenspiel von Luftfeuchte, Raumtemperatur und baulichen Schwachstellen – den Verursachern des Pilzbefalls. Sie zeigt die Rolle von Wärmebrücken und was man beim Lüften sowie bei der Möblierung falsch oder eben richtig machen kann.
Die Tipps zur nachhaltigen Schimmelbekämpfung runden den Vortrag ab.
Es handelt sich um eine Gemeinschaftsveranstaltung der VHS Warendorf in Kooperation mit der Verbraucherzentrale NRW und der Stadt Sassenberg.
Die gebührenfreie Veranstaltung findet in der Mühle in Sassenberg statt, beginnt um 19 Uhr und dauert etwas mehr als eine Stunde. Im Anschluss besteht ausreichend Gelegenheit für Fragen und Austausch. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Künstliche Intelligenz und Bildung – Lernen mit und lernen trotz KI
Künstliche Intelligenz wird zunehmend Teil von Alltag, Arbeitswelt und Schule. KI kann uns bei komplexen Aufgaben unterstützen, von Routinetätigkeiten entlasten und Lernprozesse gezielt begleiten.
Gleichzeitig birgt eine Überdelegation kognitiver Aufgaben an KI das Risiko, dass wesentliche Kompetenzen verloren gehen oder gar nicht erst erworben werden.
Der Vortrag zeigt auf, wie KI-Systeme und deren Nutzung gestaltet werden können, um Kompetenzverlust entgegenzuwirken.
Ute Schmid ist Mitglied im Direktorium und im Geschäftsleitenden Ausschuss des bidt. Sie ist Professorin für Kognitive Systeme an der Universität Bamberg und lehrt und forscht seit vielen Jahren im Bereich Künstliche Intelligenz mit Fokus auf menschenähnliches maschinelles Lernen und Methoden für interaktives und erklärendes Lernen. Ute Schmid ist Mitglied im Bayerischen KI-Rat und EurAI Fellow.
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Bayerischen Forschungsinstitut für Digitale Transformation (bidt) statt.
Stephan Lebert: „Der blinde Fleck. Die vererbten Traumata des Krieges – und warum das Schweigen in den Familien jetzt aufbricht“
Die Schoah und das Ende des Zweiten Weltkriegs liegen weit zurück, es leben nur noch wenige Zeitzeugen und Zeitzeuginnen. Ihre Vergangenheit jedoch hinterlässt bis heute Spuren in den Familien. Geprägt durch eine Katastrophe, die sie nicht selbst erlebt haben, haben viele Nachkommen der Täter, Komplizen, Handlanger, Mitläufer und Opportunisten seelische Wunden, deren Ursachen sie oft nur vage kennen: zwischenmenschliche Kälte, Schuldgefühle, Ängste, Einsamkeit, ein Gefühl der Entwurzelung. In vielen Familien sind bleiernes Schweigen, verdrängte Erinnerungen, wohlgehütete Geheimnisse, hartnäckige Lügen allgegenwärtig – ein erdrückendes Erbe, dessen Gift bis heute wirkt. Doch nun bricht dieser Panzer des Schweigens auf: Da sie keine Konfrontation mit den Großeltern oder Eltern mehr fürchten müssen, recherchieren immer mehr Menschen ihre Familiengeschichte und spüren nach, wie sich diese auf die eigenen Lebensmuster ausgewirkt hat. Der Trauma- und Stressexperte Louis Lewitan und der preisgekrönte Journalist Stephan Lebert schreiben anhand von ergreifenden Gesprächen mit Betroffenen über die ebenso schwierige wie befreiende Auseinandersetzung mit der Last der eigenen Familiengeschichte. Ein Beitrag zur deutschen Erinnerungskultur, der aktueller denn je ist. Auf Einladung der VHS Warendorf kommt Stephan Lebert am 02.11.2026 in den Ratssaal in Sassenberg, um aus dem Buch zu lesen und mit den interessierten Teilnehmer*innen in den Austausch zu gehen.
Zum Referenten:
Stephan Lebert, Jahrgang 1961, besuchte die Deutsche Journalistenschule in München. Ab 1985 arbeitete er bei der „Süddeutschen Zeitung“, danach folgte ein Jahr beim „Spiegel“, und von 1999 bis 2004 war Stephan Lebert leitender Redakteur beim „Tagesspiegel“ in Berlin. Heute arbeitet er als Redakteur für besondere Aufgaben bei der Wochenzeitung „Die Zeit“. Er wurde mit dem Egon-Erwin-Kisch-Preis ausgezeichnet. Im Jahr 2000 veröffentlichte Stephan Lebert das Sachbuch „Denn Du trägst meinen Namen“ über das Erbe prominenter Nazi-Kinder mit Porträts von seinem Vater, dem SZ-Journalisten Norbert Lebert. 2002 gab er gemeinsam mit seiner Mutter Ursula Lebert, einer langjährigen „Brigitte“-Autorin, die Reportagen-Sammlung „Du bist mein Augenstern. Was die Zeit aus Ehen macht“ heraus.
Veränderungsstress. Warum tun sich Gesellschaften mit Veränderungen so schwer?
Der Vortrag beschäftigt sich mit der Frage, wie Menschen Veränderungen wahrnehmen und wie unterschiedliche Gruppen auf sozialen Wandel reagieren.
Es soll gezeigt werden, dass ein Teil unserer gegenwärtigen Konflikte mit der starken Dynamisierung der Gesellschaft zu tun haben.
Es wird auch diskutiert, wie sich Kontinuitätsbedürfnisse und Veränderungsanforderungen miteinander kombinieren lassen.
Steffen Mau ist Professor für Makrosoziologie an der Humboldt-Universität zu Berlin und Direktor des Max-Planck-Instituts zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften in Göttingen.
2021 erhielt er den Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Seine Bücher Ungleich Vereint. Warum der Osten anders bleibt (2024) sowie die gemeinsam mit Thomas Lux und Linus Westheuser verfasste Studie Triggerpunkte. Konsens und Konflikt in der Gegenwartsgesellschaft (2023) standen monatelang auf der Sachbuch-Bestenliste und auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste. Für Ungleich Vereint erhielt er außerdem den Bayrischen Buchpreis 2024 und stand auf der Shortlist für den Sachbuchpreis des Norddeutschen Rundfunks.
Gemeinsames und Kurioses unter den Sprachen Europas
Wir machen uns auf eine Rundreise durch die Eurolinguistik, jene Wissenschaft, die nach den Gemeinsamkeiten unter den Sprachen Europas sucht.
Wir durchstreifen die Gebiete Wortschatz, Grammatik, Aussprache, Schreibung und Kommunikationsgepflogenheiten.
Wie drückt sich die europäische Sichtweise im Wortschatz aus? Aus welchen Sprachen haben die Europäer gerne Wörter übernommen?
Welche typischen Grammatik-, Aussprache- und Schreibkonventionen gibt es? Welche Gepflogenheiten gibt es beim Austausch miteinander?
Und: auf welche Kuriositäten stoßen wir?
Joachim Grzega ist einer der führenden Eurolinguisten.
Er leitet an der VHS Donauwörth den Projektbereich “Innovative Europäische Sprachlehre (InES)” und lehrt an der Universität Eichstätt.
Götz Aly: Wie konnte das geschehen? Deutschland zwischen 1933 bis 1945
Götz Aly zählt zu den bekanntesten Autoren zur Geschichte des Nationalsozialismus und des Holocaust. In seinem 2025 erschienenen Buch „Wie konnte das geschehen? Deutschland 1933-1945“ widmet sich Aly den Herrschaftsmethoden, mit denen die NS-Machthaber Millionen Deutsche in gefügige Vollstrecker oder in vom Krieg abgestumpfte Mitmacher verwandelten – und von denen nicht wenige beängstigend aktuell sind.
Denn in einer schweren Krise wurde die NSDAP 1932 zur mit Abstand stärksten Partei gewählt. Bald konnte sie die Macht übernehmen und auf wachsende gesellschaftliche Zustimmung bauen. Hitler brauchte den Krieg – das Volk fürchtete sich davor. Dennoch terrorisierten schließlich 18 Millionen deutsche Soldaten Europa. Wie kam es dazu? Warum beteiligten sich Hunderttausende an beispiellosen Massenmorden?
Die Antwort ist vielschichtig. Die NSDAP versprach den Deutschen Aufstieg und Wohlstand, zugleich hielt man die Menschen in Bewegung, keine Atempause, keine Zeit zum Nachdenken, so ging es Richtung Krieg. Als der Glaube an einen Sieg nachließ, wurde aus der Volksgemeinschaft eine Verbrechensgemeinschaft. Jeder konnte wissen, welche Schuld die Deutschen auf sich luden, die Angst vor dem, was nach einer Niederlage geschehen würde, wurde bewusst geschürt.
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Bündnis „Warendorf zeigt klare Kante“ statt.
Zum Autor
Götz Aly ist Historiker und Journalist. Er arbeitete für die »taz«, die »Berliner Zeitung« und als Gastprofessor. Seine Bücher werden in viele Sprachen übersetzt. 2002 erhielt er den Heinrich-Mann-Preis, 2003 den Marion-Samuel-Preis, 2012 den Ludwig-Börne-Preis. Bei S. Fischer erschienen von ihm u.a. 2011 »Warum die Deutschen? Warum die Juden? Gleichheit, Neid und Rassenhass 1800-1933« sowie 2013 »Die Belasteten. ›Euthanasie‹ 1939-1945. Eine Gesellschaftsgeschichte«. Im Februar 2017 erschien seine große Studie über die europäische Geschichte von Antisemitismus und Holocaust »Europa gegen die Juden 1880–1945«. Für dieses Buch erhielt er 2018 den Geschwister-Scholl-Preis.
Preise:
Heinrich-Mann-Preis für Essayistik der Akademie der Künste Berlin 2002
Marion-Samuel-Preis 2003
Bundesverdienstkreuz am Bande 2007
National Jewish Book Award, USA 2007
Ludwig-Börne-Preis 2012
Estrongo Nachama Preis für Zivilcourage und Toleranz 2018
Geschwister-Scholl-Preis 2018
Studienfahrt zur Wewelsburg in Büren
Am Samstag, den 7. November 2027, bietet die Volkshochschule eine Studienfahrt zur Wewelsburg bei Büren an. Die markante, dreieckige Burganlage ist heute eine zentrale Erinnerungs- und Gedenkstätte und ein bedeutender Lernort zur Geschichte des Nationalsozialismus.
Die Wewelsburg steht exemplarisch für die Verflechtung von Ideologie und Gewalt: Einerseits planten die Nationalsozialisten hier ein ideologisches Zentrum der SS, andererseits entstand in unmittelbarer Nähe ein Konzentrationslager. Als Ort der Täter wie der Opfer eröffnet die Wewelsburg einen eindringlichen Zugang zur Geschichte des NS-Regimes.
Im Mittelpunkt des Besuchs steht die Dauerausstellung „Ideologie und Terror der SS“, die auf über 850 m² die Geschichte der Wewelsburg im Nationalsozialismus umfassend dokumentiert. Sie verknüpft lokale Ereignisse mit übergeordneten historischen Zusammenhängen und macht die Mechanismen von Herrschaft, Propaganda und Verfolgung anschaulich nachvollziehbar.
Eine fachkundige Führung begleitet die Gruppe durch die Ausstellung. Darüber hinaus werden Perspektiven eröffnet, sich vertieft mit Einzelschicksalen auseinanderzusetzen: Wer waren die Menschen, die hier wirkten – als Täter oder als Opfer? Biografische Zugänge ermöglichen es, individuelle Lebenswege nachzuvollziehen und historische Entwicklungen besser zu verstehen.
Neben dem geführten Programm bleibt Zeit für eigene Erkundungen sowie für Austausch und Diskussion in der Gruppe.
Die Studienfahrt richtet sich an alle, die sich für Geschichte und politische Bildung interessieren und sich intensiv mit Fragen von Verantwortung, Erinnerungskultur und demokratischen Werten auseinandersetzen möchten.
Es handelt sich bei der Studienfahrt um eine Kooperation der VHS Warendorf mit der VHS Reckenberg-Ems.
Gebühr: 30,- € p. P.
Leistungen:
·Busfahrt ab Warendorf Bahnhof über Rheda-Wiedenbrück nach Büren/Wewelsburg und zurück
·Eintritt und Führung in der Wewelsburg
·Begleitung durch die Volkshochschule
8:30 Uhr ab Warendorf Bahnhof. Die Rückkehr ist für ca. 19 Uhr geplant.