Geschichte/Zeitgeschichte
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Arbeitskreis: Ahnen- und Familienforschung
Ahnen- und Familienforschung - Lesen und Übertragen alter Dokumente in Deutsche Schreibschrift (Kurrent-. Sütterlin- und Runenschrift) Wir treffen uns einmal im Monat, um gemeinsam aus den auf CD, Speicherstick oder in Kopie mitgebrachten alten Dokumenten leicht oder schwer zu entziffernde Briefe, Testamente, Tagebücher o.ä. zu lesen und zu übertragen. Zur Einsichtnahme stehen Literaturhinweise, Empfehlungen zu PC-Programmen sowie Nachschlagewerke für die alten Schriften zur Verfügung. Bitte mitbringen: Schreibblock, Bleistift, Radiergummi, Anspitzer (und falls vorhanden Tablet oder Laptop).Ggf. anfallende Materialkosten/Fahrtkosten der Dozentin sind direkt mit der Dozentin abzurechnen. Eine Anmeldung zu diesem Arbeitskreis ist jederzeit möglich!
Verschwundene Orte in Warendorf
Jede Stadt hat eine Geschichte, deren Zeugnisse und Überreste nicht immer sofort erkennbar sind. Viele historische Gebäude und Plätze in der Altstadt sind im Laufe der Zeit verschwunden.
Können Sie sich noch an das Sophienstift oder den Schlachthof erinnern?
Der Heimatverein Warendorf möchte in Form einer Geschichtswerkstatt solche Orte der Geschichte in Kooperation mit der VHS erforschen und sie so medial wieder für die Erinnerung bereitstellen.
Der Workshop wendet sich an die, die Freude daran haben, solche Orte historisch zu untersuchen, nach Spuren und Geschichten zu forschen und kreativ die Darbietung zu gestalten. Auch soll der Frage nachgegangen werden, wie die Rezeption nach dem Verschwinden war.
Die Teilnahme ist kostenfrei. Neue Teilnehmer werden nach Rücksprache mit dem Dozententeam aufgenommen.
Götz Aly: Wie konnte das geschehen? Deutschland zwischen 1933 bis 1945
Götz Aly zählt zu den bekanntesten Autoren zur Geschichte des Nationalsozialismus und des Holocaust. In seinem 2025 erschienenen Buch „Wie konnte das geschehen? Deutschland 1933-1945“ widmet sich Aly den Herrschaftsmethoden, mit denen die NS-Machthaber Millionen Deutsche in gefügige Vollstrecker oder in vom Krieg abgestumpfte Mitmacher verwandelten – und von denen nicht wenige beängstigend aktuell sind.
Denn in einer schweren Krise wurde die NSDAP 1932 zur mit Abstand stärksten Partei gewählt. Bald konnte sie die Macht übernehmen und auf wachsende gesellschaftliche Zustimmung bauen. Hitler brauchte den Krieg – das Volk fürchtete sich davor. Dennoch terrorisierten schließlich 18 Millionen deutsche Soldaten Europa. Wie kam es dazu? Warum beteiligten sich Hunderttausende an beispiellosen Massenmorden?
Die Antwort ist vielschichtig. Die NSDAP versprach den Deutschen Aufstieg und Wohlstand, zugleich hielt man die Menschen in Bewegung, keine Atempause, keine Zeit zum Nachdenken, so ging es Richtung Krieg. Als der Glaube an einen Sieg nachließ, wurde aus der Volksgemeinschaft eine Verbrechensgemeinschaft. Jeder konnte wissen, welche Schuld die Deutschen auf sich luden, die Angst vor dem, was nach einer Niederlage geschehen würde, wurde bewusst geschürt.
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Bündnis „Warendorf zeigt klare Kante“ statt.
Zum Autor
Götz Aly ist Historiker und Journalist. Er arbeitete für die »taz«, die »Berliner Zeitung« und als Gastprofessor. Seine Bücher werden in viele Sprachen übersetzt. 2002 erhielt er den Heinrich-Mann-Preis, 2003 den Marion-Samuel-Preis, 2012 den Ludwig-Börne-Preis. Bei S. Fischer erschienen von ihm u.a. 2011 »Warum die Deutschen? Warum die Juden? Gleichheit, Neid und Rassenhass 1800-1933« sowie 2013 »Die Belasteten. ›Euthanasie‹ 1939-1945. Eine Gesellschaftsgeschichte«. Im Februar 2017 erschien seine große Studie über die europäische Geschichte von Antisemitismus und Holocaust »Europa gegen die Juden 1880–1945«. Für dieses Buch erhielt er 2018 den Geschwister-Scholl-Preis.
Preise:
Heinrich-Mann-Preis für Essayistik der Akademie der Künste Berlin 2002
Marion-Samuel-Preis 2003
Bundesverdienstkreuz am Bande 2007
National Jewish Book Award, USA 2007
Ludwig-Börne-Preis 2012
Estrongo Nachama Preis für Zivilcourage und Toleranz 2018
Geschwister-Scholl-Preis 2018
Studienfahrt zur Wewelsburg in Büren
Am Samstag, den 7. November 2027, bietet die Volkshochschule eine Studienfahrt zur Wewelsburg bei Büren an. Die markante, dreieckige Burganlage ist heute eine zentrale Erinnerungs- und Gedenkstätte und ein bedeutender Lernort zur Geschichte des Nationalsozialismus.
Die Wewelsburg steht exemplarisch für die Verflechtung von Ideologie und Gewalt: Einerseits planten die Nationalsozialisten hier ein ideologisches Zentrum der SS, andererseits entstand in unmittelbarer Nähe ein Konzentrationslager. Als Ort der Täter wie der Opfer eröffnet die Wewelsburg einen eindringlichen Zugang zur Geschichte des NS-Regimes.
Im Mittelpunkt des Besuchs steht die Dauerausstellung „Ideologie und Terror der SS“, die auf über 850 m² die Geschichte der Wewelsburg im Nationalsozialismus umfassend dokumentiert. Sie verknüpft lokale Ereignisse mit übergeordneten historischen Zusammenhängen und macht die Mechanismen von Herrschaft, Propaganda und Verfolgung anschaulich nachvollziehbar.
Eine fachkundige Führung begleitet die Gruppe durch die Ausstellung. Darüber hinaus werden Perspektiven eröffnet, sich vertieft mit Einzelschicksalen auseinanderzusetzen: Wer waren die Menschen, die hier wirkten – als Täter oder als Opfer? Biografische Zugänge ermöglichen es, individuelle Lebenswege nachzuvollziehen und historische Entwicklungen besser zu verstehen.
Neben dem geführten Programm bleibt Zeit für eigene Erkundungen sowie für Austausch und Diskussion in der Gruppe.
Die Studienfahrt richtet sich an alle, die sich für Geschichte und politische Bildung interessieren und sich intensiv mit Fragen von Verantwortung, Erinnerungskultur und demokratischen Werten auseinandersetzen möchten.
Es handelt sich bei der Studienfahrt um eine Kooperation der VHS Warendorf mit der VHS Reckenberg-Ems.
Gebühr: 30,- € p. P.
Leistungen:
·Busfahrt ab Warendorf Bahnhof über Rheda-Wiedenbrück nach Büren/Wewelsburg und zurück
·Eintritt und Führung in der Wewelsburg
·Begleitung durch die Volkshochschule
8:30 Uhr ab Warendorf Bahnhof. Die Rückkehr ist für ca. 19 Uhr geplant.
Konrad Adenauer. Kanzler nach der Katastrophe
Unter den Kanzlern der Bundesrepublik Deutschland ragt Konrad Adenauer heraus.
Er ist es, der nach NS-Diktatur, Zweitem Weltkrieg und Holocaust 1949 die erste Bundesregierung bilden kann und die von außen gestiftete Demokratie im Westen verankert.
Damit legt er die Fundamente einer Erfolgsgeschichte, die den Westdeutschen auf Jahrzehnte hinaus Wohlstand und Frieden beschert.
Aber Adenauer ist es auch, der die deutsche Teilung in Kauf nimmt und Millionen seiner Landsleute ein Beschweigen ihrer Vergangenheit ermöglicht.
Der renommierte Zeithistoriker Norbert Frei nimmt den 150. Geburtstag des Gründungskanzlers zum Anlass für ein unbestechliches Portrait des Mannes, der die deutsche Geschichte nach 1945 geprägt hat wie niemand sonst
Norbert Frei lehrte Neuere und Neueste Geschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.
Davor forschte er u.a. an dem Institut für Zeitgeschichte, an der Harvard University, in Princeton, in Jerusalem und am Wissenschaftskolleg zu Berlin.
Albrecht von Lucke: Das Ende der Welt, wie wir sie kannten - Deutschland zwischen globalen Krisen und neuer Machtpolitik
Das Jahr 2026 ist von tiefgreifenden Umbrüchen geprägt – innen- wie außenpolitisch.
In der Innenpolitik endet die Statik der alten Bundesrepublik, die stets von einem Wechsel von rechter und linker Mitte geprägt war. Der neue Herausforderer und die – nicht mehr nur im Osten – stärkste Kraft heißt AfD. Das ändert alles und setzt die alten Volksparteien massiv unter Druck. Die Landtagswahlen im September 2026 werfen drängende Fragen auf, zur Zukunft der Demokratie und zum Umgang mit radikalen Strömungen.
Außenpolitisch hat der eskalierende Konflikt um den Iran die Energieversorgung zu einer Waffe gemacht und damit die internationale Ordnung enorm destabilisiert. Gleichzeitig stellt die Präsidentschaft Donald Trumps das transatlantische Verhältnis weiter massiv in Frage – auch bereits mit Blick auf die so wichtigen Zwischenwahlen in den USA am 3. November. Und während sich Europa „dank Trump“ zunehmend gezwungen sieht, eigenständiger zu handeln, geht Russlands Krieg gegen die Ukraine unvermindert weiter.
Mit Blick auf 2027 stehen somit entscheidende Weichenstellungen bevor: Wie kann Europa auf die sich zuspitzenden globalen Konflikte reagieren, vor allem angesichts einer neuen, dann vielleicht sogar rechtsradikalen Präsidentschaft in Frankreich? Wird es dem Kontinent trotzdem gelingen, sicherheitspolitisch unabhängiger zu werden? Und welche Lehren zieht Deutschland aus einem Jahr massiver innenpolitischer Spannungen und internationaler Krisen – wenn denn seine Regierung am Ende des Jahres überhaupt noch eine Zukunft hat?
Über diese Entwicklungen, ihre Hintergründe und möglichen Konsequenzen spricht und diskutiert mit Ihnen Albrecht von Lucke. Der Jurist und Politikwissenschaftler wurde 1967 in Ingelheim am Rhein geboren. Seit 1989 lebt er in Berlin, seit 2003 ist er Redakteur der renommierten Monatszeitschrift „Blätter für deutsche und internationale Politik“. Darüber hinaus ist er regelmäßiger Gast in Hörfunk und Fernsehen, unter anderem im ARD-Presseclub, in der Phönix-Runde sowie bei politischen Talkformaten. Für seine publizistische Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Lessing-Förderpreis für Kritik und dem Otto-Brenner-Preis „Spezial“.
Dazu spricht und diskutiert mit Ihnen am 27.11.2026 Albrecht von Lucke.
Der Jurist und Politikwissenschaftler wurde 1967 in Ingelheim am Rhein geboren. Seit 1989 lebt er in Berlin, seit 2003 ist er Redakteur der renommierten Monatszeitschrift „Blätter für deutsche und internationale Politik“. Darüber hinaus ist er regelmäßiger Gast in Hörfunk und Fernsehen, u.a. im ARD-Presseclub, in der Phönix-Runde, bei Maybrit Illner, Sandra Maischberger und Caren Miosga. 2014 wurde Albrecht von Lucke mit dem Lessing-Förderpreis für Kritik ausgezeichnet, 2018 mit dem Otto-Brenner-Preis „Spezial“.
Bereits im November 2025 war von Lucke zu Gast in der VHS Warendorf – nun können wir genau ein Jahr später den Gesprächsfaden wieder aufgreifen und eine Bilanz ziehen sowie einen Ausblick ins neue Jahr 2027 wagen.
Azubi-Studienfahrt nach Düsseldorf
Beim Angebot handelt es sich um eine Studienfahrt in die Landeshauptstadt Düsseldorf. Die Dauer ist auf drei Tage mit zwei Übernachtungen im Einzelzimmer im B&B HOTEL Düsseldorf-City vom 2. bis 4. Dezember 2026 angelegt.
Ein zentrales Ziel der Fahrt besteht in der Förderung von Demokratiekompetenz und Zivilcourage.
Die Teilnehmenden werden angeregt, sich mit aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen auseinanderzusetzen und Parallelen zu historischen Entwicklungen zu erkennen – etwa im Hinblick auf gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, Populismus oder Extremismus. Die Auszubildende sollen gestärkt werden, sich im Berufs- und Privatleben gegen demokratie-feindliche Tendenzen zu positionieren.
Ziel ist es, den Auszubildenden nicht nur (historische) Fakten zu vermitteln, sondern sie zu einem reflektierten Umgang mit Geschichte und Gegenwart zu befähigen. Außerdem sollen sie für Alltagsrassismus, Unrecht, autoritäre Strukturen und Ausgrenzung sensibilisiert werden. Sie sollen erkennen, dass demokratische Systeme keine Selbstverständlichkeiten sind, sondern aktiv verteidigt und gelebt werden müssen.
Gefördert wird die Fahrt über das Förderprogramm „Demokratie leben lernen“ des Kreises Warendorf.
Die nachfolgend aufgeführten Programmpunkte sind für die Teilnehmenden daher kostenfrei.
Programm der Studienfahrt
Mittwoch, 02.12.2026
Anreise per Bahn
Besuch der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf e.V.
Mittagessen im Palito
“Die Spur des Geldes.” Ein interaktiver Stadtrundgang (angefragt)
gemeinsames Abendessen
Donnerstag, 03.12.2026
Workshop “Jüdisches Leben heute” bei SABRA, in Kooperation mit der “Alten Synagoge Essen”
Besuch der Synagoge Düsseldorf
Mittagessen in “Die Kurve” (jüdisches Restaurant)
Führung im “Haus der Parlamentsgeschichte”
Ab ca. 17:30 Uhr Zeit zur freien Verfügung
Freitag, 04.12.2026
Besichtigung des Landtages mit Abgeordnetengespräch (Hedwig Tarner, MdL)
Essen im Landtagsrestaurant, danach Abreise
Informationen zur Anmeldung
Kommunen können ihre Auszubildenden ab sofort direkt bei der VHS Warendorf anmelden – eine Anmeldung durch die Auszubildenden selbst ist aber ebenso möglich. Wichtig ist in jedem Falle: Wir benötigen den vollständigen Namen, die Anschrift, das Geburtsdatum, die Mobilnummer und eine Mailadresse sowie die Kommune, bei der der/die Auszubildende seine/ihre Ausbildung absolviert. Die Anmeldung zur Studienfahrt erfolgt über die VHS Warendorf per Mail an post@vhs-warendorf.de
Gottes Zeit: Jüdische, christliche und pagane Zeitvorstellungen und Zeiterfahrungen in der Antike
War das Leben in der Antike gemütlicher oder gab es damals schon ähnlich viel Stress wie heute? In Judentum wie Christentum gab es Gruppen, die ein schreckliches Ende aller Weltzeit erwarteten.
Wie verbreitet waren solche apokalyptischen Zukunftsszenarien? Wie ging man im Alltag mit den konkurrierenden Zeitrechnungen um, beispielsweise religiös motivierten Zeitrechnungen und politischen Chronologien nach Kaisern oder Konsulen? Wie erfuhren Menschen ganz praktisch, was die Stunde geschlagen hatte und was hatte das alles mit Religion zu tun?
Antworten auf alle diese Fragen finden sich in einem größeren Buch, an dem Christoph Markschies arbeitet und dessen Inhalte er kurz gefasst vorstellt.
Christoph Markschies ist Professor für Antikes Christentum an der Humboldt-Universität zu Berlin und Präsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.
Er wurde u. a. mit dem Hanns-Lilje-Preis der Göttinger Akademie und dem Leibniz-Preis der DFG ausgezeichnet und gehört dem Orden Pour le mérite für Wissenschaften und Künste an.
„Die Trunkenbolde von Beelen. Feucht-Fröhliches aus Archivalien“
Zu einem ebenso unterhaltsamen wie historischen Vortrag kommt am 07.12.2026 auf Einladung der VHS Warendorf der Kreisarchivar Dr. Knut Langewand in Haus Heuer.
Unter dem Titel „Die Trunkenbolde von Beelen – Feucht-Fröhliches aus den Akten“ nimmt der Leiter des Kreisarchivs die Zuhörer*innen mit auf eine amüsante Reise in die Vergangenheit des Dorflebens.
Anhand originaler Archivquellen berichtet Dr. Langewand von übermäßigem Alkoholkonsum, skurrilen Begebenheiten und kuriosen Geschichten aus vergangenen Zeiten. So erfahren die Gäste unter anderem, dass einst auf 300 Beelener Einwohner eine Kneipe kam, Menschen sogar offiziell zu „Trunkenbolden“ erklärt wurden und der Männergesangverein Concordia im Jahr 1922 eigens die Erlaubnis beantragte, nach einer Theateraufführung eine kleine Tanzlustbarkeit veranstalten zu dürfen.
Freuen Sie sich auf einen kurzweiligen Abend voller humorvoller Geschichten, spannender Einblicke und manch überraschender Anekdote aus der Beelener Ortsgeschichte.
Passend zum Titel und zur Vorweihnachtszeit wird es begleitend einen kleinen Umtrunk mit Glühweinausschank durch den Verein DorfGut Beelen e.V. geben.
Arbeitskreis: Ahnen- und Familienforschung
Ahnen- und Familienforschung - Lesen und Übertragen alter Dokumente in Deutsche Schreibschrift (Kurrent-. Sütterlin- und Runenschrift) Wir treffen uns einmal im Monat, um gemeinsam aus den auf CD, Speicherstick oder in Kopie mitgebrachten alten Dokumenten leicht oder schwer zu entziffernde Briefe, Testamente, Tagebücher o.ä. zu lesen und zu übertragen. Zur Einsichtnahme stehen Literaturhinweise, Empfehlungen zu PC-Programmen sowie Nachschlagewerke für die alten Schriften zur Verfügung. Bitte mitbringen: Schreibblock, Bleistift, Radiergummi, Anspitzer (und falls vorhanden Tablet oder Laptop).Ggf. anfallende Materialkosten/Fahrtkosten der Dozentin sind direkt mit der Dozentin abzurechnen. Eine Anmeldung zu diesem Arbeitskreis ist jederzeit möglich!
Die Bischofskirche von Ostia
Die Bischofskirche von Ostia, der Hafenstadt Roms, wurde von Konstantin dem Großen kurz nach der Legalisierung des Christentums gestiftet.
Damit gehört sie zu den ältesten Kirchen überhaupt. Im Gegensatz zu den meisten anderen konstantinischen Kirchenstiftungen ist diese Bischofskirche nie nachträglich überbaut worden,
so dass hier - einmalig für den Beginn der christlichen Sakralarchitektur - Aussehen und Gestaltung einer Kirche aus der Zeit zwischen 320 und 330 freigelegt werden können.
Seit 2023 wird die Anlage von den Universitäten Bonn und Köln gemeinsam mit dem Deutschen Archäologischen Institut in Rom und in Kooperation mit der römischen Universität La Sapienza ausgegraben.
Im Vortrag werden die Ergebnisse der bisherigen Grabungskampagnen vorgestellt.
Sabine Feist lehrt Christliche Archäologie an der Universität Bonn
Paläografieworkshop - Alte Schriften lesen lernen
Historische Briefe, Urkunden, Kirchenbücher oder Verwaltungsakten erzählen spannende Geschichten – vorausgesetzt, man kann sie lesen. Dieser VHS-Workshop unter Leitung von Johanna Nienhaus und Jan Krieft vermittelt die Grundlagen der historischen Schriften, insbesondere der deutschen Kurrent- und Sütterlinschrift, und bietet zugleich einen Einblick in die Welt der Archivarbeit.
Zu Beginn lernen die Teilnehmenden das Kreisarchiv kennen. Vorgestellt werden in aller Kürze die Zuständigkeiten des Archivs. Darüber hinaus erhalten die Teilnehmenden praktische Hinweise zur Recherche, zum Ablauf eines Archivbesuchs sowie zur Nutzung des Lesesaals.
Im anschließenden Paläografieteil werden die wichtigsten Merkmale historischer Schriften erläutert. Anhand ausgewählter Archivalien üben die Teilnehmenden gemeinsam das Lesen und Entziffern originaler Dokumente. Dabei werden Grundlagen der Schriftentwicklung, Datierung und Einordnung historischer Quellen vermittelt sowie bewährte Methoden zur eigenständigen Transkription vorgestellt.
Der Workshop richtet sich an Familien- und Heimatforschende, historisch Interessierte sowie alle, die den Zugang zu historischen Dokumenten und Archivalien gewinnen möchten. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Zu den Dozent*innen:
Johanna Nienhaus (Bachelor of Education) arbeitet seit 2021 im Kreisarchiv und ist für die digitale Langzeitarchivierung verantwortlich. Jan Krieft ist seit 2018 als Fachangestellter für Medien- und Informationsdienste (Fachrichtung Archiv) im Kreisarchiv Warendorf tätig. Er betreut unter anderem die Standesämter der Städte und Gemeinden und beantwortet Anfragen zum Thema Ahnenforschung.
Prometheus: Die Macht eines Mythos. Von der Antike bis zu Elon Musk
Als Menschenfreund, der sich gegen die Autorität der Götter auflehnt, war Prometheus seit je eine der schillerndsten Sagengestalten der Antike.
Er wurde als Freiheitsheld gefeiert, der für seine Rebellion in Ketten gelegt und bestraft wurde: Ein Adler frisst seine stets aufs Neue nachwachsende Leber.
Seine Gabe der Technik erwies sich spätestens seit der Moderne als zweischneidiges Schwert, die in ihrer entfesselten Form - Atombombe, Klontechnik, KI - Menschheit und Umwelt bedroht.
Und Prometheus war es auch, der die Arbeit in die Welt brachte.
Jonas Grethlein verwebt diese drei Themen rund um den Titanen - Technik, Freiheit, Arbeit - zu einer erhellenden Betrachtung über unsere Gegenwart.
Jonas Grethlein ist ein international renommierter Altphilologe, der als Professor an der Universität Heidelberg lehrt. 2024 erhielt er für seine Forschungen den Leibniz-Preis.
Kühle neue Welt. Eine Geschichte der Moderne
Unsere Welt hängt am Tropf der künstlichen Kälte. Ob Supermarkt, Serverfarm oder Klimaanlage: Ohne Kältemaschinen steht das moderne Leben still.
Jan Eike Dunkhase erzählt in seinem Vortrag die denkwürdige Kulturgeschichte einer Technologie, die Segen und Fluch zugleich ist. Er zeigt, wie wir natürliche Grenzen überwanden – und dabei in einen Teufelskreis gerieten.
Denn je mehr wir kühlen, desto wärmer wird der Planet.
Eine fesselnde Reise durch Kultur, Technik, Konsum und Ökologie, die auch zum Verständnis der heutigen Klima- und Energiekrise beiträgt.
Jan Eike Dunkhase ist Historiker. Seine Monografie Provinz der Moderne über das DLA Marbach wurde als »fabelhafte Institutionengeschichte« gefeiert und seine Edition des Briefwechsels Koselleck/Schmitt erreichte Platz 2 der Sachbuchbestenliste von ZDF, DLF Kultur und DIE ZEIT. Zuletzt ist bei Reclam „Kühle neue Welt. Eine Geschichte der Moderne“ erschienen.