Geschichte/Zeitgeschichte
Kurse (5)
Loading...
Qualifizierung zum/r Gästeführer*in für die Region Münsterland
Die Region Münsterland ist eine Schatzkiste, reich an großen und kleinen Sehenswürdigkeiten, die sie für auswärtige Gäste attraktiv macht. Um die touristischen „Schätze“ der Region sichtbar und erlebbar zu machen, sind in vielen Gemeinden des Münsterlandes Gästeführerinnen und Gästeführer aktiv. Sie führen zu Fuß oder mit dem Fahrrad durch Dörfer, Städte und die Landschaft der Region, erklären regionaltypische Besonderheiten und vermitteln auf freundliche, unterhaltsame und kompetente Weise Wissen zu Land und Leuten. Haben Sie vielleicht Lust, dazu zu gehören? Wenn Sie kommunikativ sind und Freude am Umgang mit anderen Menschen haben, wenn Sie sich gerne weiterbilden und Interesse an der Geschichte und Kultur des Münsterlandes haben, dann ist die Tätigkeit als Gästeführerin oder Gästeführer für Sie genau das Richtige. Der Weg dorthin ist keine Zauberei, denn die Gästeführer-Qualifizierung der Volkshochschule Warendorf bietet Ihnen das gesamte Handwerkszeug, das Sie benötigen, um Gästen die Schönheit Ihrer Heimat zu erschließen. Wir helfen Ihnen, selbstbewusst und souverän Gästegruppen zu leiten, spannende Themen zu erarbeiten und Ihre Führungen optimal vorzubereiten. Während des sechsmonatigen Kurses werden Sie individuell betreut und lernen in einer angenehmen Gruppenumgebung nach den Grundsätzen moderner Erwachsenenbildung. Der erfolgreiche Abschluss einer Gästeführer-Qualifizierung bildet eine gute Grundlage für Ihre Vermittlung als Gästeführer*in durch die Tourismusbüros in den Städten und Gemeinden des Münsterlandes. Sie erhalten ein Zertifikat, mit dem Sie Ihre qualifizierte Ausbildung als Gästeführer:in bei den entsprechenden Auftraggebern belegen können. Wichtiger Hinweis für Interessierte:Interessierte wenden sich bitte zur Beratung direkt an den Ansprechpartner bei der VHS Warendorf: Frank BüningTel.: 02581-938412E-Mail: buening@vhs-warendorf.de
Arbeitskreis: Ahnen- und Familienforschung
Ahnen- und Familienforschung - Lesen und Übertragen alter Dokumente in Deutsche Schreibschrift (Kurrent-. Sütterlin- und Runenschrift) Wir treffen uns einmal im Monat, um gemeinsam aus den auf CD, Speicherstick oder in Kopie mitgebrachten alten Dokumenten leicht oder schwer zu entziffernde Briefe, Testamente, Tagebücher o.ä. zu lesen und zu übertragen. Zur Einsichtnahme stehen Literaturhinweise, Empfehlungen zu PC-Programmen sowie Nachschlagewerke für die alten Schriften zur Verfügung. Bitte mitbringen: Schreibblock, Bleistift, Radiergummi, Anspitzer (und falls vorhanden Tablet oder Laptop).Ggf. anfallende Materialkosten/Fahrtkosten der Dozentin sind direkt mit der Dozentin abzurechnen. Eine Anmeldung zu diesem Arbeitskreis ist jederzeit möglich!
Verschwundene Orte in Warendorf
Jede Stadt hat eine Geschichte, deren Zeugnisse und Überreste nicht immer sofort erkennbar sind. Viele historische Gebäude und Plätze in der Altstadt sind im Laufe der Zeit verschwunden.
Können Sie sich noch an das Sophienstift oder den Schlachthof erinnern?
Der Heimatverein Warendorf möchte in Form einer Geschichtswerkstatt solche Orte der Geschichte in Kooperation mit der VHS erforschen und sie so medial wieder für die Erinnerung bereitstellen.
Der Workshop wendet sich an die, die Freude daran haben, solche Orte historisch zu untersuchen, nach Spuren und Geschichten zu forschen und kreativ die Darbietung zu gestalten. Auch soll der Frage nachgegangen werden, wie die Rezeption nach dem Verschwinden war.
Die Teilnahme ist kostenfrei.
Cahokia: Eine präkolumbische indigene Hochkultur in Nordamerika
Lange ging die historische Forschung von der These aus, indigene Hochkulturen hätte es vor der Ankunft der Europäer ausschließlich in Süd- und Mittelamerika gegeben.
Demgegenüber seien nördlich des Rio Grande nur nomadisierende Sammler- und Jägerkulturen vorzufinden gewesen.
Seit den 1990er Jahren hat die archäologische Forschung dieses einseitige und vorurteilsbeladene Bild gründlich revidiert.
Nicht nur im Südwesten der heutigen USA fanden sich die Relikte fortgeschrittener Zivilisationen, die mit dem mesoamerikanischen Kulturraum eng verbunden gewesen waren, sondern auch östlich des Mississippi, wo zwischen 1050 und 1250 die Stadt Cahokia eine umfassende politische, militärische und religiöse Hegemonie ausübte.
Diese erstreckte sich vom Mississippi bis an die Küste des Atlantiks und von den Großen Seen bis an den Golf von Mexiko. In diesem Vortrag soll die Geschichte von Aufstieg und Fall einer indianischen Großmacht vor Kolumbus nachgezeichnet werden.
Michael Hochgeschwender lehrt Nordamerikanische Kulturgeschichte, Empirische Kulturforschung und Kulturanthropologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München.
Ulrich Raulff: „Das letzte Jahrhundert der Pferde“
Auf Einladung der VHS Warendorf ist am 11.07.2026 Ulrich Raulff mit einer Lesung aus seinem Buch „Das letzte Jahrhundert der Pferde“ in Warendorf zu Gast. Dabei handelt es sich um eine Kooperationsveranstaltung mit dem nordrhein-westfälischen Landgestüt in Warendorf, das in diesem Jahr sein 200-jähriges Bestehen feiert.
Im Buch hingegen geht es um die „Geschichte einer Trennung“ – so der Untertitel. Denn seit Urzeiten war das Pferd der engste Partner des Menschen. Es war unverzichtbar in der Landwirtschaft, verband Städte und Länder, entschied die Kriege. Doch dann zerbrach der kentaurische Pakt, und in nur einem Jahrhundert fiel das Pferd aus der Geschichte heraus, aus der es jahrtausendelang nicht wegzudenken war. Furios erzählt Ulrich Raulff die Geschichte eines Abschieds – die Trennung von Mensch und Pferd.
Der Exodus des Pferdes aus der Menschengeschichte ist ein erstaunlich unbeachteter Vorgang, zeichnet Raulff nach. Ganze Bibliotheken zur Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts schweigen sich aus über das Pferd, das gleichwohl in Europa und Amerika allgegenwärtig war – bis das letzte Jahrhundert der Pferde in der Zeit Napoleons anbricht und mit dem Ersten Weltkrieg ausklingt. Ulrich Raulff zieht in seinem Buch alle Register der Kultur- und Literaturgeschichte und beschreibt mit beeindruckender Erzählkunst eine untergehende Welt – ein Kapitel vom Auszug des Menschen aus der analogen Welt.
Der Deutschlandfunk schreibt über das Buch:
„Ebenso spannend wie tiefgründig zeigt Raulff, wie die „Real- und Wissensgeschichten“ der Pferde mit ihrem zunehmenden Verschwinden durch Bildergeschichten ersetzt werden, die das Pferd als „lebendige Metapher“ entwickeln und in teils gespenstischem Gewand ihren Platz in der Kunst und Literatur wiederfinden. Mit der zunehmenden Technisierung und Mechanisierung der Welt wurde der Einsatz der Pferde obsolet. Das Pferd wurde von der Geschichte besiegt.
Liebe und Erkenntnis, betont Raulff, schließen einander nicht aus. Im Gegenteil, Wissensformen seien „umso interessanter, je dichter Erkenntnis und Emotion in ihnen unauflösbar verbunden sind“. Liebe zum Gegenstand zeichnet auch sein eigenes Buch aus. Von der ersten bis zur letzten Seite versteht es Raulff, seinen Leser in den Bann zu ziehen und ihn am langen Abschied zwischen Mensch und Pferd teilhaben zu lassen. Selbst wenn man Pferde schon immer verabscheut hat: Spätestens nach diesem Buch liebt man sie.“
Zum Autor:
Ulrich Raulff (* 13. Februar 1950 in Hülseberg bei Meinerzhagen) ist ein deutscher Historiker und Schriftsteller. Von 1997 bis 2001 war er Feuilletonchef der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, von 2001 bis 2004 Leitender Redakteur der Süddeutschen Zeitung. Von 2004 bis 20018 war Raulff Direktor des Deutschen Literaturarchivs Marbach. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf der Ideen- und Kulturgeschichte vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Für seine Arbeit über den französischen Historiker und Widerstandskämpfer Marc Bloch erhielt er 1996 den Anna-Krüger-Preis des Wissenschaftskollegs zu Berlin. Zwei Jahre später wurde ihm der Wissenschaftspreis der Aby-Warburg-Stiftung verliehen, 2013 folgte der Ernst-Robert-Curtius-Preis für Essayistik.
Für seine Untersuchung „Kreis ohne Meister“ über das Nachleben des Dichters Stefan George wurde Raulff 2010 mit dem Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Sachbuch/Essayistik ausgezeichnet. Sein Werk „Das letzte Jahrhundert der Pferde“ stand 2016 auf der Shortlist desselben Preises; die englische Ausgabe Farewell to the Horse wurde 2017 von der Sunday Times zum „History Book of the Year“ gewählt.
Die Universität Stuttgart verlieh Ulrich Raulff 2011 die Ehrendoktorwürde, 2013 wurde ihm das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.